Hab‘ ich?

Neulich stolperte ich beim Besuch einer Freundin auf diese Frage, die es sich auf einem Bordstein gemütlich gemacht hatte und hier geduldig wartete. Auf ein Ja, oder ein Nein. Oder ein: ich kann mich garnicht erinnern, hab ich?

Oft denken wir sofort an eine Person. Aber, wann haben wir zuletzt auf unsere Vergangenheit, unsere Geschichte geschaut und gedacht: „Hab ich dir eigentlich schon mal gesagt, dass ich dankbar für dich bin?“

Für all die Höhen und Tiefen, die Herausforderungen, Zurückweisungen und neuen Türen. Für all die Verluste und Kämpfe, Siege und Geschenke. Und dass wir wegen und trotz allem noch hier sind und uns das fragen können.

Und mit dankbar meine ich nicht, superhappy. Man kann ja auch Dankbarkeit empfinden, ohne damit automatisch ein glücklicheres Leben zu haben. Für Wahrheiten zum Beispiel, auch wenn sie schmerzen, weil sie uns Gewissheit schenken. Oder für ein Ende, wenn die Kraft ausgeht, obwohl wir es uns anders vorgestellt haben. Oder für Resilienz, die uns durch viele Rückschläge zuteil wird. Ein Teil von uns wird.

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Ich hab mich bei der kleinen Frage auf dem Bordstein bedankt. Wir haben uns kurz  angelächelt und sind dann beide unserer Wege gegangen. Ich soll euch von ihr ausrichten:

Hast du?

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