Eine Ode an den Schiefrichter

Herrlich, endlich ist es soweit.
Ich bin wieder ein Stück näher am Landleben. Mein Herz schlägt für die Kreisliga. Konkreter: für einen Schiedsrichter. Und das ist nicht romantisch gemeint. Ich hab immer noch 200 Puls und freue mich wie ein kleines Mädchen, weil ich mich mal so riiichtiiig aufregen kann, über etwas das mich früher nicht interessiert hat.

Paps, dein Fußballerherz schlägt doch in mir!

Alles begann mit einem Elfmeter, der keiner war. Das konnten Sie nicht wissen, schließlich haben Sie gar nicht hingeschaut. Sie haben aus der vorausgehenden Situation geschlossen und dann blind geschlussfolgert. Das ist ok. Das passiert selbst den Besten (zu denen Sie nicht gehören). Allerdings war Ihnen somit die Aufmerksamkeit aller Anwesenden sicher. Das Schauspiel konnte beginnen. Ich hoffe zumindest sehr für Sie, dass es das war, denn wenn Sie auf dem Platz heute authentisch waren, tun Sie mir nur leid.

Selbst für einen Laien wie mich – mit rudimentären Fußballkenntnissen – war mehr als deutlich zu erkennen, dass Sie in dieses Spiel nicht ganz wertfrei gegangen sind. Dafür kann die gegnerische Mannschaft nichts, die haben die ihnen gegebenen Chancen genutzt, so wie jede Mannschaft es getan hätte. Schlussendlich hat sie das zum Sieg geführt. Und es lässt sich sicher vortrefflich darüber streiten, ob der Ausgang ohne Ihre offensichtliche Einäugigkeit anders gewesen wäre.

Worüber es keine Diskussion geben kann: dass Sie durch Ihre völlige Ignoranz der Parteilosigkeit eine greifbare Unruhe auf den Platz gebracht und damit erheblichen Einfluss auf den Spielverlauf genommen haben.
Fouls gab es auf beiden Seiten, mal mehr, mal weniger clever. Aber wenn Sie diese SO offensichtlich unausgewogen pfeifen und dann noch mit einer unfassbar überheblichen Impertinenz Ihre Fehler weder eingestehen, noch aus ihnen lernen wollen, dann steht mir die mittägliche Kürbissuppe bis zum Zäpfchen.

Dass Sie damit den Zorn der mitgereisten Fans auf sich ziehen, dürfte keine Überraschung sein. Ihre volle Leidenschaft hat Sie getroffen und Sie mussten diverse – aber leider übliche – Beleidigungen einstecken. Aber auch hier ist die Aufgabe eines „Unparteiischen“ (ich schicke Ihnen gern nochmal die Definition) Contenance zu wahren.

Aber anstatt sich damit zu begnügen, alle hinter die Absperrung zu schicken, wie eine überforderte Mutti, die ihre frechen Kinder auf ihr Zimmer schickt, gehen Sie noch einen Schritt weiter und drohen einem aufgebrachten Zuschauer damit, dass „man sich nach dem Spiel noch sehe“. Jetzt kann ich natürlich hoffen, dass das ein romantisches Angebot war, aber Ton und Gestik ließen keinen Spielraum für Interpretation.

Mein absoluter Höhepunkt war aber erreicht, als ein Spieler der gegnerischen Mannschaft – nach einem harten Zweikampf unglücklich getroffen – lethargisch auf dem Platz liegen blieb und Sie keine Anstalten machten, das Spiel zu unterbrechen. Erst das Ausspielen des Balls schien Sie auf die Brisanz der Situation aufmerksam zu machen. Dachte ich.Stattdessen kamen Worte, die ich noch immer nicht ganz begreifen kann: „Ich hab ihn doch gefragt, ob was ist – er hat nichts gesagt“ und „Ich bin doch kein Doktor“. Echt jetzt? Gott sei Dank sind Sie das nicht, bei Ihrem Talent zu Fachwissen würden Ihnen die Patienten reihenweise wegsterben. Das ist nicht mehr nur unfähig, das ist unverantwortlich und Sie damit eine Gefahr für jeden Spieler.

Ich habe selten soviel Borniertheit, törichte Unbelehrbarkeit und Bockigkeit in einer Person erlebt.

Wobei: Platz genug ist ja bei Ihnen. Und bei allem Respekt, auch DAS müssen Sie sich gefallen lassen: Wenn Ihre Leibesfülle eine Dimension erreicht, in der Sie nicht mehr adäquat einem Spiel folgen können; wenn Sie sich mangels Kondition nur noch in der Nähe des Mittelkreises aufhalten können und es eine gefühlte Ewigkeit dauert, bis Sie einen Foulpunkt erreichen, sollten Sie sich überlegen, ob Sie für Ihren Nebenjob noch geeignet sind. (Sie bekommen doch tatsächlich auch noch Geld dafür. Ich bin fast vom Glauben abgefallen.)

Oder Sie legen sich so einen schnittigen Segway zu. Ein hübsche Rundumleuchte für den Kopf dazu, dann würde man zumindest gleich sehen, mit wem man es hier zu tun hat.

getty images / Tom Pennington
getty images / Tom Pennington

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich kenne einige kräftige Menschen, aber die sind mit Hingabe agil. Körperfülle hat nichts mit Fitness zu tun, wer fit sein will, schafft das auch mit Extrapfunden. Ich bin generell der Meinung: lieber kräftig als zu zart!
Aber Sie sind ja regelrecht in Ihrem Körper eingesperrt. Sie bewegen sich so hölzern, Sie würden selbst an einem Kickertisch den Überblick verlieren.
Die einzige Bewegung, die Sie noch in Vollendung ausführen, ist das Abwinken.Vielleicht werden Sie im nächsten Leben einfach Queen, bei der ist das Winken zum Kult geworden.

Beim Film gibt es eine Auszeichnung für die schlechteste Leistung – die goldene Himbeere. Schade, dass es die für den Fußball nicht gibt. Sie wären der Gewinner gewesen. Vielleicht lässt sich das ja einführen. Die goldene Bockwurst oder so. Ich hätte sie Ihnen feierlich überreicht und dann eine rote Karte in Empfang genommen. Und mit der wäre ich dann stolz hinter die Absperrung gegangen.

Sie hätten dieses Spiel leiten müssen. Stattdessen haben Sie es leiden lassen.

Und das allerschlimmste und am allerunverzeihlichsten: wegen Ihnen hab ich jetzt eine Zornesfalte mehr! Danke!

#Kreisliga rockt
#Kreisligaist: wenn deine Freundin mit dem Schiri schimpft
#SVFortunaBallhausen
#zualtfürdenscheiß

Und immer dran denken: Kunst und wütende Frauen dürfen fast alles 🙂

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