Lebenstheater, 3. Akt …

oder auch alle guten Dinge sind … frei

Wisst ihr was passiert, wenn man eine Stadtwohnung mal ein bis zwei Wochen aus den Augen lässt, zum Beispiel, weil man im Urlaub ist?
So ziemlich nichts.
Eventuell machen es sich ein paar Staubkörner auf dem Tisch gemütlich oder es schimmelt der letzte Rest gekaufter Erdbeermarmelade. Aber ansonsten sieht die Wohnung aus, als hättest du sie gerade erst verlassen. (Ja, meine eine Grünpflanze hat es auch 2 Wochen ohne Wasser ausgehalten. Sie war das gewöhnt.)

Wisst ihr was passiert, wenn man ein Beet im Sommer mal ein bis zwei Wochen aus den Augen lässt, zum Beispiel, weil man im Urlaub ist (oder faul)?
So ziemlich alles.
Es explodiert. Ein robuster Unkrautteppich fließt über die Erde und die Früchte oder das Fruchtgemüse (liebes Gehirn: bitte abspeichern, neues Landwort) bildet Kolonien. Das Beld sieht aus, als wäre es verlassen. (Daran muss ich mich erst gewöhnen.)

Manchmal wird die Zeit vom Alltag so gefressen, dass man garnicht merkt, was man schon so lange vernachlässigt hat. (Das Beld und ich haben unterschiedliche Definitionen zum Wort „lange“).
Und dann stehst du in der Gesundabteilung des Supermarktes und willst gerade eine Packung Erdbeeren und ein paar Kartoffeln in den Wagen packen, als du denkst: „Was machst du da?? Geh doch im Garten shoppen!“ Stimmt. Imaginär klatsch ich mir mit der flachen Hand gegen die Stirn. Ich bin ja jetzt öko.

„Pff. Ich brauch euch nicht. Ich kann das selber“ flüstere ich den Zucchini lächelnd zu. Ein nelsonmäßiges HA HA kann ich mir grad noch verkneifen.
Die Rache folgte auf dem Fuß. Oder besser auf dem Beld, als ich endlich wieder davor stand.

Kennt ihr die Geschichte vom süßen Brei? Mmh. Genau. Ich habe eine Zucchiniplage und die Kürbisse drohen mit ähnlichen Flashmob. Los, alle auf einmal WACHSEN!
HA HA!
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Und mit Plage meine ich nicht nur viel, sondern auch groß. Es lässt sich sicher darüber diskutieren, ob ich mit meiner Miniongröße über die Bedeutung des Wortes „groß“ ein Urteil fällen darf, aber wirklich: groß!!image

Selbst wenn ich noch Zeit hätte für Fitnesseinheiten im Studio, ich bräuchte sie nun nicht mehr. Meine neuen Zucchinihanteln sorgen für definierten Bizeps(chen). Und für die Kürbisse habe ich auch schon Ideen! (Ich sag nur, Medizinbälle im geliebten Schulsport)
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Aber ganz im Ernst: manchmal mache ich mir schon Sorgen, ob ich all das verarbeiten kann. Zunächst ist natürlich jede Hilfe beim Ernten willkommen. Da wird auch mal die 5-jährige Nichte eingespannt. Ein Tipp: um sie von der Faszination meiner „Klapperschuhe“ (eine lächerlich kleine Sammlung an High Heels) wegzubekommen, war es unglaublich hilfreich, dass die zu findenden Kartoffeln lila waren! LILA! Das ist sooo girly. Da werden sich auch gern die Hände schmutzig gemacht. Und auch wenn ich froh war, dass sie nicht in meinen Schuhen zum Beld gestakst ist: so im Nachhinein wäre eine Rasenbelüftung auf die Art wirklich amüsant gewesen.

Was die Weiterverabeitung angeht: ich bin immer auf der Suche nach Ideen! Es gab schon Gemüsepfanne, Zucchini vom Grill, Mirabellentarte und auch gegrillte Mirabellen-Thymian-Marmelade. Die Zucchiniplage bekämpfe ich nach und nach mit Einkochen nach einem Rezept von B.´s Oma. (Mutti, wenn du das liest, lies es nochmal! Ja, ich koche ein! Toll oder? Ich fühle deinen Stolz bis hierher :))

Wer also verrückte Rezepte hat: her damit! Im Urban-Shopping-Center warten noch Pflaumen, Kornäpfel, Kartoffeln, Sellerie, Tomaten und Lauch …

Einzig die so ersehnten Möhren lassen mich im Stich. Viel Kraut um nichts. Das Grün wächst, aber das Möhrchen ist ein Rohrkrepierer.
B. meinte, wir sollten sie das nächste mal einfach vorher anziehen.
Na klar, 30°C im Schatten und er will sie warm halten. Verstehe einer die Männer!
Dabei wissen wir doch: nur wer frei ist, kann wirklich über sich hinaus wachsen!

 

 

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2 Gedanken zu “Lebenstheater, 3. Akt …

  1. Frank-Burkhard Biester sagt:

    Also die Zucchini sind ja eine absolute Wucht. Da kann man ja Generationen ernähren. Bin gerade im Urlaub sonst hätte ich Dir bestimmt 2 der Ungetüm abgenommen. Man könnte ja vielleicht eine Zucchini-Gurken Carpazo machen.

    Gefällt 1 Person

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