Lebenstheater, 2. Akt …

… oder auch Leichtigkeit.

Leichtigkeit. Das klingt nach Fliegen. Nach High sein vom Leben. Nach einer Hoch-Zeit und ja, auch einer Hochzeit.

Meine? Nicht doch!

Aber mit soviel meiner eigenen Gefühle, dass es dem nahe kommt. Mein liebstes Stadtmädchen, meine beste Freundin, mein Anker und mein anderes ich. Nein, das ist keine Massenhochzeit. Das ist eine Person. Ja, das gibt es. Selten – und das habe ich schon seit knapp 20 Jahren gepachtet. Sorry!

Und wie heiraten Stadtmädchen? Exakt! Auf dem Land. In einer Scheune.
Und das will vorbereitet werden. Ist das viel Arbeit? Ja! Kracht es da mal? JA!!

Aber du weißt, dass alles richtig ist, wenn du trotz allem immer wieder leicht sein kannst. Fliegen kannst. Und hier liegt die Betonung bei Provinz eindeutig auf PRO.

Denn hier reicht fürs Fliegen manchmal ein Handvoll Menschen, die sich wohl miteinander fühlen. Und ein kleiner See. Und ein Tau im Baum, mit dem du dich ins Wasser schwingen kannst.
Und so wird Leichtigkeit geboren: Erst nur zusehen, wie die anderen sich hin- und zurückschwingen. Ich trau mich nicht ans Tau. Die Vernunft ist noch da und die Angst vorm Nass.
Und dann siehst du plötzlich das Leuchten in den Augen deiner besten Freundin, das du so liebst. Und du weißt, dass die verrückte Idee, dich mit Klamotten (ok – einem Teil deiner Klamotten) in den See zu schwingen, die einzig richtige Idee ist.
Und dann ist es dir egal, dass es nur 18°C Lufttemperatur sind – weil das Wasser wärmer ist, genau wie dein Herz.
Und es ist dir egal, dass du so ungeschickt fliegst, dass du in voller Kantenlänge aufs Wasser knallst – weil du intensiv fühlst.
Und es ist dir egal, dass deine Lippen blau werden und du zitterst – weil du nicht mehr weißt, ob es vor Kälte oder Aufregung ist.
Und es ist dir egal, dass du vor Lachen fast ertrinkst – weil der letzte, sich halbherzig wehrende der Gruppe dann doch ungewollt mit Klamotten reinfliegt.
Und es ist dir egal, was gestern war und morgen vielleicht ist. Es gibt nur das JETZT. Und das war nie besser.

Das sind die Fürimmers, die ich nie wieder vergesse. Und dann sind ein paar Tage manchmal wie ein eigenes kleines Leben, das wir feiern. Unsere Hoch-Zeit. Diese Hochzeit. Diese Highrat.

Mit einer Kirche, in der Rio Reiser gespielt wird. Mit einem Fotoshooting, das den stärksten Sturm mit einem Lachen übersteht. Mit einer durchtanzten Nacht.
Mit einem Bund fürs Leben, bei dem ich zum ersten Mal an ein Fürimmer glaube. Weil sich 2 Menschen an ihrer Liebe festhalten, stärker als am schwingenden Seil.
Weil sie immer wieder zueinander finden.

SYP0BEMB

Der Alltag und ich schaffen das noch nicht so ganz. Das zueinander finden. In Gedanken hänge ich noch am Tau.
Und am Trauen.
Am L(i)eben.
An der Leichtigkeit … die schwer genug war, um tiefe Spuren zu hinterlassen.

Ich wünsche diesem – meinem – Paar, diesen kleinen See im Herzen.
Diesen Sommerabend.
Dieses Funke(l)n.

Für immer.

Advertisements

2 Gedanken zu “Lebenstheater, 2. Akt …

  1. Lieselotte Lohmann sagt:

    .. und wenn die Liebe so strahlt, dass sie die Regenwolken einfach wegwischt und die Braut so schön und so glücklich ist, dass sie die Sonne ist, dann ist es richtig-dann ist es auch für alle Menschen drumrum wie ein großes Ausrufezeichen: Leben ist schön ! Auch-und gerade- auf dem Land 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s